Ticketkontrollen während der Pandemie: Kontrollen brauchen Zeit

Im Tübus werden die 3G-Nachweise während der Ticketinspektion kontrolliert. Jede Kontrolle dauert dadurch länger. Nun will das Land helfen.

Seit Mittwoch, 24. November 2022, schon gilt im ÖPNV die 3G-Regelung. Alle Fahrgäste müssen geimpft, getestet oder genesen sein. Wer keinen Nachweis mit sich trägt, dass eine der drei Kategorien auf ihn zutrifft, muss bei der nächsten Gelegenheit aussteigen.

Das bedeutet für die Verkehrsunternehmen in der Region mehr Aufwand. Die neue Regelung muss jetzt auch durchgesetzt werden. Die Kontrollen werden zwar meistens in einem Aufwasch mit den Ticketinspektionen durchgeführt, eine Kon-
trolle dauert dadurch aber deutlich länger. Das bedeutet einen zeitlichen und dadurch finanziellen Mehraufwand.

Im Tübus in Tübingen werden die Kontrollen von einem privaten Sicherheitsunternehmen übernommen. „Wir haben schon vor Weihnachten das Stundenkontingent der Firma aufgestockt“, sagt Björn Lehrke von den Stadtwerken Tübingen.

Damit die Stadtwerke und andere Verkehrsunternehmen nicht auf den Kosten sitzenbleiben informierte das Land nun, dass es den ÖPNV mit bis zu sechs Millionen Euro für die 3G-Kontrollen unterstützen wolle. Das sagte Verkehrsminister Winfried Hermann in einer Pressemeldung.

Witgar Weber, der Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Verbands für Omnibusunternehmer sagte dazu: „Für das Fahrpersonal bedeuten externe Prüfer eine erhebliche Entlastung. Die Fahrerinnen und Fahrer können sich wieder auf
die sichere Beförderung der Fahrgäste und auf die Einhaltung der Fahrpläne konzentrieren – ihre eigentliche Aufgabe.“ Der Beschluss wurde veröffentlicht, offizielle Unterlagen haben aber zumindest die Tübinger Stadtwerke noch nicht. „Sobald es möglich ist, werden wir die
Unterstützung sicher nutzen“, sagt Lehrke.

Die Landesförderung zielt allerdings noch auf ein anderes Problem ab: Unterstützt werden soll speziell der Einsatz von
zusätzlichem Sicherheitspersonal, um die Kontrolleure vor uneinsichtigen oder gar übergriffigen Kunden ohne 3G-Nachweis zu schützen.

Dafür gebe es laut Lehrke in Tübingen momentan keinen großen Bedarf. Die Kontrolleure seien bisher mit keinen Problemen konfrontiert worden. Die Polizei musste noch nie hinzugezogen werden. In wenigen Fällen musste das Personal des Sicherheitsunternehmens die Passagiere bitten, den Bus zu verlassen. Dem haben die Kunden dann allerdings immer Folge geleistet.

Während der Schulzeit brauchen Schüler und Kinder unter sechs Jahren keinen 3G-Nachweis mitzuführen. Die Kinder und Jugendlichen testen sich ohnehin regelmäßig in der Schule. Kon-
trollen sind dadurch überflüssig. Während der Schulferien gilt das allerdings nicht. Die Maskenpflicht gilt weiterhin auch für Schüler in den Bussen der Region. In Tübingen kon-
trolliert die Sicherheitsfirma für Ticketinspektionen auch den Gebrauch von ordnungsgemäßen Masken. Wer keine Maske trägt, muss an der nächsten Haltestelle aussteigen. Genau wie jeder ohne 3G-Nachweis.