Bis vor kurzem waren die Brunftschreie der Rothirsche im Schönbuch noch zu hören. Nun ist die Saison vorbei.
Im Schönbuch kommt es jeden Herbst zu einem akustischen Spektakel. Im September beginnt dort die Brunft der männlichen Tiere. Auf den Waldwegen hören Besucher des Naturparks in der Abend- und Morgendämmerung laute Rufe. Die Geräusche muten fast schon wie Laute urzeitlicher Tiere an. Es sind jedoch die kehligen Rufe der Rothische. Mit ihnen demonstrieren die Männchen Kraft und versuchen Dominanz über ihre Mitstreiter zu erlangen. Das Ziel der stärksten Männchen ist es, so viele Hirschkühe wie möglich um sich zu scharen.
Reichen imponierende Rufe nicht aus, kommt es auch immer wieder zu Kämpfen. Laut krachen dann die Geweihe, die Stangen, der Hirsche zusammen. Hell dringt das Geräusch dann zwischen den Stämmen des Schönbuch hindurch.
Den Hierarchiekampf der Hirsche kann jeder Interessierte sehr leicht beobachten und nachverfolgen. An den öffentlichen Wildbeobachtungskanzeln im Schönbuch ist die Wahrscheinlichkeit auf Beobachtungen im Herbst sehr hoch.
Der Schönbuch ist einer der wenigen Orte in Baden-Württemberg mit einer gesunden Rotwildpopulation. Innerhalb der Wildgatter werden die Tiere gemanaged und schonend gejagt – jährlich nur ein paar Tage im Herbst. Seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wird das Rotwild außerhalb des Gatters jedoch bis auf die letzten Tiere gejagt und aus den Wäldern geschossen. Der Grund ist Verbiss junger Bäume. Der könnte heute mit modernen Methoden des Managements jedoch sehr einfach eingedämmt werden. So zum Beispiel auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz.
