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Damit Tübingen weiter viele Gäste empfängt

Die Stadt- und Landkreisverwaltung präsentieren Tübingen als Besucherziel auf der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart in Kooperation mit Partnern wie dem Neuen Kunstmuseum Tübingen.

Tübingen hat einiges zu bieten. Nicht nur als Universitätsstadt, Wohn- und Industrieort, sondern eben auch für Besucher. Die Kulturlandschaft im Neckartal lädt zum Erkunden ein und die Innenstadt selbst, sowie die Ortschaften im Kreis sind Ausflüge Wert. Hand in Hand mit einem gemeinsamen Konzept bewerben Stadt- und Landkreisverwaltung, sowie die Museen in Tübingen den Kreis als Urlaubs und Erholungsgebiet. Als Verbund präsentieren die jeweiligen Vertreter am vergangenen Sonntag die Besuchererfolge des vergangenen Jahres und Pläne für 2026 auf der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart.

Um Natur, Kultur und Stadtbummel zu verbinden, ist die Vernetzung essenziell. Dafür ist die Tourismusbeauftragte des Landkreises Iris Mehlberg zuständig: „Wir haben eine kontrastreiche Kulturlandschaft und interessante Städte. Die kann man optimal zu Fuß oder mit dem Rad erkunden.“ Und so wies der Landkreis bereits etliche Rad- und Wanderwege aus. Das Routennetz ist weit verzweigt und sei gut ausgeschildert. Für Fahrradfahrer verbinden 15 Routen markante Orte unter der Marke „Früchte Trauf“ Weinberge und Obstbaumwiesen entlang des Albtraufs. Wanderwege gibt es noch etliche mehr: „In unseren Premiumwanderwege steckt viel Arbeit. Die verlaufen teilweise über Privatflächen und erfordern Absprachen mit den Besitzern. Dann kommen zum Beispiel die Wegweiser und Design der Piktogramme hinzu“, erklärt Mehlberg. Ab April können Wanderer auf dem „bwegt“-Pfad mit den öffentlichen Anreisen und von Rottenburg nach Tübingen von Bahnhof zu Bahnhof wandern. Alle Touren sind nicht nur im Infomaterial des Landkreises, sondern auch auf gängigen Apps wie „Komoot“ und „Outdooractive“ zu finden.

Das Stadtmuseum Tübingen vermittelt seine Inhalte wie gehabt auch im kommenden Jahr mit kreativen Pädagogischen Mitteln. Leiterin Wiebke Ratzeburg erläuterte die anstehenden Projekte. Das große Sahnehäubchen bildet die Ausstellung über Animationsfilm-Künstlerin Lotte Reiniger. Sie schuf 1926 den ersten Trickfilm der Welt. „Die Abenteuer des Prinzen Achmed wird dieses Jahr einhundert Jahre alt. Das würdigt das Stadtmuseum in einer Ausstellung. Besucher können die Anfänge des Trickfilms mit allen Sinnen erfahren. Dank einer Kamerabox und einem KI Programm können sie ihre eigene Silhouette in die Szenerie des ersten Trickfilms integrieren.

Im neu eingerichteten „Room of Memories“ können Museumsgäste sich die Geschichte selbst erarbeiten und anhand Tübinger Dachbodenfunde die Nazivergangenheit der Stadt aufarbeiten.

Auch Kunst hat Geschichte in der Region: Von den Funden der ältesten figürlichen Kunstwerke bis hin zum Neuen Kunstmuseum Tübingen (NKT). Seit seiner Eröffnung beschäftigt Geschäftsführer Bernhard Feil dort 20 Angestellte. Allein in die drei ersten Ausstellungen lockte das NKT knapp 90 000 Besucher. Die vierte Ausstellung des vergangenen Jahres läuft noch weiter und wurde aufgrund hoher Besucherzahlen verlängert: James Rizzis Ausstellung aus seinem New Yorker Atelier stehe besonders in diesen politischen Tagen für „positiven Austausch mit den USA“, freut sich NKT-Pressesprecher Giesbert Karnebogen über den Andrang. Karnebogen organisierte auch den gemeinsamen Auftritt auf der CMT in Stuttgart. Feil stellte die ersten Austellungen für 2026 vor: Janosch ist ab dem 12. März zu sehen. Die Frauenbildnisse Elvira Bachs kommen dann ab dem 30. Mai nach Tübingen. Weiterhin gebe es Kulturveranstaltungen wie „Gysis Begegnungen“ und das erste Konzert im NKT. „Wir sind mit dem Jazzverein Tübingen in Kontakt“, verrät Feil.

Thorsten Flink, der Interimsleiter der neuen Tourismus- und Stadtmarketingsgesellschaft, macht auf die 9 weiteren Museen in Tübingen aufmerksam, vom Schloss Hohen Tübingen bis zu den Ausstellungen der Universität, wie zum Beispiel in der Paläontologie. Besonders erwähnt Flink den Pop-Up Raum der Kunsthalle in der Innenstadt. Dort werde die Kunst Joseph Beuys der aktuellen Ausstellung in der Kunsthalle in die Stadt getragen. Flink freute sich über das „Neue Willkommenszentrum am Anlagenpark“, das mit Busbahnhof und Café am See ein einladendes Tor in die Stadt bilde. Zudem bereite sich die Stadt bereits auf ein Jubiläum 2027 vor: Die Universität wird 550 Jahre alt.

Über alle kulturellen Freizeitangebote in Tübingen informieren zahlreiche Broschüren und Hefte über die Museen in Tübingen, Stadtführungen, Großevents, Gästeinformationen und Aktivitäten. Die Info-Materialien liegen in den unterschiedlichen Einrichtungen aus und wurden auch am gemeinsamen Stand auf der CMT präsentiert.

Info

Lotte Reiniger arbeitete bereits in den 1920er Jahren an Trickfilmen. Die Arbeiten für „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ dauerten drei Jahre. Alle Figuren mussten von Hand aus schwarzer Pappe ausgeschnitten werden. Besucher des Stadtmuseums können sich 2026 selbst an der Scherenschnitt-Technik versuchen.