‚MAORIE‘ präsentierte am vergangenen Samstag eine einmalige Kombination aus Techno, Schlagzeug- und E-Gitarrensoli und künstlerischen Visuals.
Hammerhaie flitzten über die Bühne, Blitze zuckten über die Köpfe einer tanzenden Menge und Laser produzierten symmetrische Muster an die Wände des Club Voltaire, während die Gruppe „MAORIE“ vergangenen Samstag ihren Weihnachtsauftritt spielte.
Die Performance war etwas für alle Sinne. Nachdem sich die Fläche zwischen Bühne und Bar schon vor Konzertbeginn mit einem dicht gepackten Publikum gefüllt hatte, wurden langsam die Lichter gelöscht und eine elektronische, roboterhafte Frauenstimme empfing die Gäste mit Weihnachtsgrüßen. Nach dem Startschuss im dunklen Club Voltaire baute sich die Stimmung langsam aber sicher auf und führte alle Zuhörer behutsam ins Set von ‚MAORIE‘ ein.
Die Band präsentierte Techno und Trance-Musik mit experimentellen Einlagen. Das Besondere: Den melodischen Techno verband ‚MAORIE‘ mit live eingespielten Gitarrenklängen und einem hervorragend akkuraten und oft sehr überraschend kreativen Schlagzeug. Die Bühne war fast komplett eingenommen von Technik. Der Aufbau wurde umwabert von Nebel, Dunst und wechselnden dunklen Lichtstimmungen. Zwischen den Mischpulten, Computern, Gitarren-Pedal-Boards und Verstärkern hatten sich die drei Musiker ihre Plätzchen eingerichtet. Rafael Riegger am Schlagzeug, Thomas Maos an der Gitarre und Valentin Riegger an Mischpult und Laptop, mit den Melodien und Beats der Gruppe sowie hin und wieder verstärkend an der zweiten E-Gitarre. Für den Auftritt vergangenen Samstag hatten die drei ein Set vorbereitet, das zwei Stunden füllte. Jedes Stück ging dabei dank Valentin Rieggers DJ-Künsten nahtlos in das nächste über.
Die Stimmung im Publikum war familiär und die Zuhörerschaft sehr durchmischt mit Menschen jeden Alters. Vertraute Gespräche und Begrüßungen begleiteten den Beginn des Auftritts. Offensichtlich sahen viele Menschen im Club Voltaire ‚MAORIE‘ nicht das erste Mal. Auch die Musiker selbst grüßten vor ihrer Performance in alle Richtungen. Das ist wohl nicht verwunderlich: So trat die Gruppe wohl auch schon häufig in Tübingen und zwischen den Jahren auf. Allerdings sei das letzte Weihnachtskonzert nun vier Jahre her.
An der Rückwand der Bühne unterstützten Projektionen die sphärische Musik der Band. Als Erstes ging es in eine tiefblaue Unterwasserwelt. Bedrohlich schwammen Haie auf das Publikum zu. Gleichzeitig konstruierten das Stroboskop und blitzende Effekte die Atmosphäre für das erste Stück. Hinter der Bühne strahlten vertikale Leuchtröhren wie bunte Gitterstäbe zwischen den Musikern nach vorn. Verantwortlich für die fesselnden Visuals war Basil Boyacos sowie Lichtdesigner Florian Salzmann. Und die waren eine künstlerische Performance für sich, selbst losgelöst von der Musik. Die Hammerhaie wurden abgelöst von geometrischen Figuren, tanzenden animierten Personen mit gummiartig kreisenden Gliedmaßen und schließlich hektischen Zusammenschnitten aus Aerobic-Videos und -Wettkämpfen der 1980er-Jahre. Diese teilweise absurde visuelle Untermalung komplementierte die Musik ausgezeichnet.
In die rhythmischen Beats baute Maos immer wieder virtuose Soli ein. Die Kombination aus komplizierten Gitarren-Riffs, Techno- und House-Beats war außergewöhnlich und hatte mit Sicherheit Seltenheitswert. Die Musiker haben sich etwas Eigenes geschaffen. Mit außergewöhnlichen Ideen beim Publikum zu landen kann schwer sein, doch ‚MAORIE‘ ist es gelungen. Während des Auftritts wurden immer mehr Menschen von den aufeinander aufbauenden Rhythmen mitgerissen, bis sich schließlich der Großteil der Leute tanzenden vor den Künstlern bewegte. Und tanzend ging es auch nach der Zugabe der Musiker weiter. DJs übernahmen die Musik für den Abend nach dem Konzert.